In der ersten Septemberwoche ging es mir leider gar nicht so gut, ich hatte wieder Atemnot und ging deshalb zu meiner Hausärztin, die durch einen Schnelltest abklärte, dass nichts Problematisches vorlag. Sie überwies mich aber - um sicherzugehen - in die Segeberger Kliniken zu einer Nachuntersuchung, die am 13.09.06 stattfinden sollte.
Dort wurde ich am 13.09.06 sofort von meinem seinerzeitigen Operateur, dem sympathischen Dr. Ahmed Khattab, begrüßt. Dieser ging mit mir allerdings nicht in den Untersuchungsbereich sondern ohne weitere Erklärung in den Verwaltungsbereich. Dort wurden wir - nach kurzer Wartezeit - zum kaufmännischen Geschäftsführer der Segeberger Kliniken - Harald Toews - gebeten.
Dieser stellte sich mir kurz vor und überfiel mich dann mit einem Redeschwall. Er konfrontierte mich mit angeblichen Aussagen im Herz-Blog, was in der Forderung gipfelte, das Herz-Blog vom Netz zu nehmen. Tenor war, dass das Herz-Blog den Segeberger Kliniken schaden würde - klassische Verwechslung von Ursache und Wirkung. Meine Frage, warum Toews mir nicht die Gelegenheit zur Vorbereitung gegeben hatte (immerhin war mein Besuch eine Woche vorher bekannt), blieb unbeantwortet. Das Gespräch wurde weit überwiegend von Toews geführt, wenige Redebeiträge kamen von dem nach einigen Minuten hinzugestoßenen Professor Gert Richardt - ausnahmslos auch die ausgewogeneren und qualifizierteren. So war Richardt zumindest bewusst, dass meine Äußerungen ein Ausdruck der freien Meinungsäußerung sind, auch wenn sie ihm nicht gefallen. Mein Hinweis, dass ich gerade nicht die ärztlichen Leistungen sondern das Umfeld dieser Leistungen kritisiert habe, wurde schlicht ignoriert, man wollte es nicht hören.
Toews erschien mir nicht zu einer ruhigen und sachlichen Diskussion fähig, er vergriff sich wiederholt im Ton. So teilte er mir mit, dass man rechtliche Schritte gegen mich überlegt hätte, davon aber Abstand genommen habe, da so etwas wie das Herz-Blog nur ein Gestörter, ein Idiot, ein Kranker schreiben könne, was jeder Leser sieht und insofern braucht man es auch nicht weiter beachten! Es stellt sich die Frage, ob sich Toews auch so benommen hätte, wenn ich Zeugen dabei gehabt hätte. Er ereiferte sich regelrecht über diverse Textstellen, mokierte sich darüber, dass ich die falschen Nahrungsmittel kritisiert hatte und wirkte alles andere als souverän.
Ich blieb sachlich und teilte mit, dass die von mir als positiv wahrgenommene Qualität der ärztlichen Leistungen mittlerweile durch Nachuntersuchungen am UKE Hamburg ausdrücklich bestätigt wurde, was Toews ohne Probleme hätte nachlesen können (http://herz-blog.com/75/vieles-ist-wird-anders-woche-3.html) - aber das wollte er offensichtlich nicht. Da ich während des Gespräches nicht alle Details des Herz-Blogs erinnern konnte, sagte ich zu, ausdrücklich im Herz-Blog zu erwähnen, dass die Zweitmeinung des UKE Hamburg ist, dass in Segeberg gute ärztliche Leistungen erbracht wurden und keine Fehler zu erkennen sind. Dies betone ich hiermit auch noch einmal ausdrücklich.
Insofern sind die Ausführungen in Toews Schreiben vom 16.10.06 völlig am Ziel vorbei, ich zitiere:
Sie hatten in diesem Gespräch zugesagt, die von Ihnen im Internet z.B. unter der Adresse “herz-blog.com” veröffentlichten Seiten gegen die SEGEBERGER KLINIKEN GMBH (z.B. “herz-blog.com - Herzzentrum der SEGEBERGER KLINIKEN - der falsche Weg”), soweit es um die medizinischen Leistungen unseres Herzzentrums geht, zu entfernen. Leider mussten wir feststellen, dass dies noch immer nicht erfolgt ist.
- Es gibt keine Seiten gegen die Segeberger Kliniken, keine einzige!
- Es gibt keine Kritik an den medizinischen Leistungen des Herzzentrums der Segeberger Kliniken im Herz-Blog, ganz im Gegenteil! Und dies habe ich heute gern noch einmal deutlich herausgestellt!
- Die Aufforderung etwas zu entfernen, was es nicht gibt, ist schlicht absurd!
Meine differenzierte und sachliche Kritik an den Abläufen in der Klinik habe ich in dem Gespräch aufrecht erhalten und sie bedarf keiner Änderung, da ich meine Meinung nicht geändert habe. Toews hat sie vielmehr sehr bestärkt!
Rückblickend macht mich allerdings besonders betroffen, welchen Ablauf Toews - immerhin Geschäftsführer eines Herzzentrums! - wählte. Da kommt ein Patient mit Herzproblemen. Jedem Laien ist klar, dass Stress für Herzkranke Gift ist. Toews wählte aber nicht den Weg, erst die Untersuchungen durchführen zu lassen, um abzuklären, ob ich einer derartigen Stressituation gewachsen bin.
Toews nahm vielmehr billigend in Kauf, dass ich als Herzkranker ohne Not erst gestresst und dann erst untersucht wurde! Dies halte ich für unverantwortlich. Es vermittelt mir den Eindruck, dass für Toews der Patient nicht im Mittelpunkt steht. Wenn ich Gesellschafter der Kliniken wäre, würde für mich dieses Ereignis ausreichen, einen qualifizierteren Mitarbeiter zu suchen. Ich bin noch heute extrem verärgert.