Herzzentrum der Segeberger Kliniken - der falsche Weg (Überarbeitete Version 23.10.2006)

Klaus Düll am Mittwoch, 7. September 2005

Ich war 3 Wochen und 2 Tage Patient in den Segeberger Kliniken (www.segebergerkliniken.de/sk/herzzentrum…) - was ist die Quintessenz?

Zusammengefaßt meine Meinung (Änderung 23.10.06): Vermeiden Sie, nach Segeberg zu gehen, wenn Sie in Norddeutschland am Herzen erkranken und schnell (fett seit 23.10.06) gesund werden wollen. Wenn Sie schnell und gut ambulant behandelt werden wollen folgen Sie den Empfehlungen der FOCUS-Ärzteliste (herz-blog.com/16/wie-finde-ich-einen-gut…) und gehen zum Universitären Herz- und Gefäßzentrum Hamburg (www.center-for-cardiology.de), für stationäre Behandlungen weiss ich es aktuell auch nicht.(Änderung 23.10.06) bietet sich die Klinik und Poliklinik für Kardiologie und Angiologie im Herzzentrum des UKE Hamburg (www.uke.uni-hamburg.de/kliniken/kardiolo…) an.

Was ist gut am Herzzentrum der Segeberger Kliniken?

Hinsichtlich der ärztlichen Therapie kann ich mir noch kein Urteil erlauben, ob ich richtig und angemessen behandelt wurde - ich hoffe es. Meine Hoffnung wurde diesbezüglich nicht enttäuscht, ich wurde sehr gut behandelt gemäß Zweitmeinung des UKE Hamburg, mehr dazu in anderen Beiträgen in diesem Blog (Änderung 23.10.06). Generell erschienen mir die mich behandelnden Ärzte kompetent und engagiert, insofern ist Segeberg sicher keine schlechte Wahl, zumal es auch eine Empfehlung der FOCUS-Ärzteliste ist.

Uneingeschränkt gut ist ebenfalls die Beratung durch die sehr kompetente Diätassistentin Frau Wulff, wo man vieles lernen kann, was die zukünftige Ernährung betrifft.

Sehr gut ist auch der gesamte Bereich des Sports, alle von mir dort erlebten Trainer machen einen prima Job, man wird angemessen trainiert und das Ganze erfolgt noch mit einem sehr abwechslungsreichen Programm.

Gut ist auch das gesamte Ambiente der Klinik, man fühlt sich eher wie in einem Hotel als wie in einem Krankenhaus. Dies wird unterstützt durch eine wunderschöne Lage und ein herrliches Umfeld.

Was ist schlecht am Herzzentrum der Segeberger Kliniken?

Der gravierendste Mangel aus meinem Empfinden ist die starke Missachtung von Patientenrechten, die in meinem Fall ein indiskutables Ausmaß überschritten hat und vermutlich keinen Einzelfall darstellt. Die vorgeschriebene Belehrung erstreckte sich bei mir nur auf die Durchführung eines Herzkatheters, alle Konsequenzen und Auswirkungen, die mit der Implantation eines Stentes einhergehen, wurden mir nicht erklärt - wenn man so will erhielt ich diesen ohne Belehrung und Information implantiert.

Noch schlimmer fand ich aber, daß meine OP ohne meine Zustimmung von einem Journalisten beobachtet wurde, dieser viele Fotos machte und das Ganze dann auch noch - wieder ohne meine Zustimmung - in den Lübecker Nachrichten erschien. Hieran erkenne ich, daß in der Philosophie dieses Herzzentrums der Mensch nicht im Mittelpunkt steht sondern das Marketing - und das ist empfinde ich als (Änderung 23.10.06)schlimm! Noch schlimmer ist, daß in dem erschienenen Artikel noch nicht einmal die Wahrheit steht. Die Operation hat PD Dr. Ahmed Khattab durchgeführt - im Presseartikel wird aber der Professor abgefeiert (herz-blog.com/12/pressebericht-ueber-her…). Auch dies läßt tief blicken.

Die psychologische Betreuung und das damit verbundene Angebot ist empfand ich als (Änderung 23.10.06) unbefriedigend und oberflächlich, sämtliche von mir angenommenen Angebote von Gruppenveranstaltungen bis zum Einzelgespräch waren ausschließlich problem- und nie lösungsorientiert. Dies ist zwar zeitgeistig, aber für die mich als (Änderung 23.10.06) Patienten unbefriedigend und nicht zielführend. Bei einer Herzerkrankung erwartet man Wege aufgezeigt zu erhalten und nicht nur Probleme zu besprechen.

Die Zuverlässigkeit des Angebotes läßt stark zu wünschen übrig. Ich hatte mich für die Tiefenmuskelentspannung angemeldet, trotz mehrfacher Nachfragen klappte dies nie. Das jeweils Mittwochs und Donnerstags angebotene Schaukochen fiel während meines Aufenthaltes urlaubsbedingt immer aus. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass selten ein Therapeutenname auf dem Therapieplan, den man erhält, stimmt - chaotische unbefriedigende (Änderung 23.10.06) Planung. Derartige Planungen des Angebotes sind nicht akzeptabel.

Ich erhielt von den Ärzten Massagen verschrieben, aufgrund von Personalmangel in der Physiotherapie erhielt ich nur 2x Massage als andere ihre Termine absagten. Die Verschreibung von Massagen erfolgt in dieser Klinik anscheinend nach dem Lustprinzip und nicht nach der medizinischen Notwendigkeit in für den Patienten nicht nachvollziehbarer Form (Änderung 23.10.06). Ich traf viele, die gar nicht wußten, warum sie Massagen erhielten, letztlich aber nicht Nein sagten - warum auch. Selbst die meine (Änderung 23.10.06) Intervention beim Oberarzt brachte keine Änderung! Letztlich war dies aber nicht wirklich schlimm, da die Qualität des im Massagebereich eingesetzten Personals nach meinem Empfinden (Änderung 23.10.06) so dürftig ist, daß man wirklich nichts versäumt, wenn man dort nicht hinkommt. Auf dem freien Markt hätten die bei mir eingesetzten Damen nach meiner Überzeugung (Änderung 23.10.06) keine Chance.

Die Ärzte hatten mir den Saunabesuch gestattet - die Physiotherapeuten meinten hierzu nur, daß sie keine Herzpatienten in die Sauna lassen. Dem war auch so, ich durfte nicht in die Sauna, die Ärzte störte dies letztendlich auch nicht. Gleichwohl war ich im Vitalia Seehotel, das zu den Segeberger Kliniken gehört, in der dortigen wunderschönen Saunalandschaft willkommener Gast, natürlich gegen Bezahlung! Ein Schelm, wer dabei Böses denkt!

Diese rein (Änderung 23.10.06) kommerzielle und für ein Krankenhaus in dieser ausgeprägten Form (Änderung 23.10.06) abstoßende Ausrichtung der Segeberger Kliniken kommt in vielen Details zum Ausdruck, ganz besonders aber darin, daß die Segeberger Kliniken als Hauptsponsor des Kiel-Triathlons 2005 aufgetreten sind (www.kiel-triathlon.de/html/partner.html). Was soll dieser Schwachsinn das (Änderung 23.10.06)? Hier werden tausende von Euros verblasen, die den Patienten zugute kommen könnten!

Die kommerzielle Ausrichtung wird aber auch in vielen anderen Punkten deutlich.

Warum werden psychosomatische Patienten und herzkranke Patienten zusammen verpflegt? Warum gibt es keine angemessene Verpflegung im Sinne einer Diät für Herzkranke? Warum wird den Herzkranken ausführlich erklärt, daß Becel-Pro-Aktiv die beste Margarine für sie ist, statt dessen aber nur die normale Becel-Margarine und Butter!!! angeboten? Warum werden Jagdwurst, Mortadella und andere Wurstsorten angeboten, die selbst in der Light-Version noch zuviel Fett für Herzkranke enthalten? Warum wird Schnittkäse angeboten, der immer zu fett für Herzkranke ist? Warum gibt es kein spezielles fettarmes Mittagessen? Ich könnte noch viele derartige Fragen stellen, die Antwort ist immer dieselbe:

Weil es zu teuer ist oder klarer: Ich glaube, weil (Änderung 23.10.06) auf diesem Weg der Profit der Unternehmerin maximiert wird! Es ist ja bekannt, welche hervorragenden Produkte es für Herzkranke gibt, dies lernt man in den hervorragenden Kochvorführungen, die Produkte haben nur einen Nachteil - sie sind teuer, zu teuer für Patienten der Segeberger Kliniken!? (Änderung 23.10.06)

Warum gibt es ein Krankenhauscafe, in dem die gesamte Palette schädlicher Nahrung für Herzkranke angeboten wird? Ich glaube, weil (Änderung 23.10.06) es der Klinik anscheinend egal ist, ob die Menschen gesund werden, Hauptsache der Deckungsbeitrag stimmt!

Warum schreitet NIEMAND, selbst die Ärzte nicht, ein, wenn teilweise frisch Operierte Herzpatienten vor der Klinik sitzen oder stehen und eine Zigarette nach der anderen rauchen? Ich glaube, weil (Änderung 23.10.06) es der Klinik anscheinend egal ist, ob die Menschen gesund werden, Hauptsache der Deckungsbeitrag stimmt!

Warum wird beim Personal nicht das Nichtrauchen durchgesetzt, warum stinken manche Schwestern und Ärzte nach Rauch? Ich glaube, weil (Änderung 23.10.06) es der Klinik anscheinend egal ist, ob die Menschen gesund werden, Hauptsache der Deckungsbeitrag stimmt! Vorbildverhalten des Personals ist deshalb entbehrlich!? (Änderung 23.10.06) 

Warum wird das Bedienungspersonal kreuz und quer eingesetzt - mal im Speisesaal des Krankenhauses, mal im Krankenhauscafe, mal im Hotel des Krankenhauses, mal im Vitalia-Seehotel? Ich glaube, weil (Änderung 23.10.06) der Deckungsbeitrag stimmen muß! Meine Meinung: (Änderung 23.10.06) Ein Schelm, wer auf die Idee kommt, daß hier das privatwirtschaftliche Vitalia-Seehotel von den Versicherungsträgern querfinanziert wird. Ich finde, das (Änderung 23.10.06) ist schon clever gemacht, Synergien heißt es ja auf Neudeutsch!

Warum gibt es in der sogenannten Anschlußheilbehandlung auf den Stationen keine vernünftige Betreuung durch Krankenschwestern, warum gibt es fast kein Schwesternpersonal auf den Stationen der Anschlußheilbehandlung, so daß die Schwestern ihre Arbeit kaum schaffen und mit Verwaltungsarbeiten zugeschmissen werden? Ich glaube, weil (Änderung 23.10.06) es der Klinik anscheinend egal ist, ob die Menschen gesund werden, Hauptsache der Deckungsbeitrag stimmt! Und - wenn das so sein sollte - (Änderung 23.10.06) dafür ist persönliche Betreuung, das Gespräch mit der Schwester entbehrlich!

Warum gibt es nur eine Nachtschwester für 3 Stationen, die ihre Arbeit kaum schaffen kann? Ich glaube, weil (Änderung 23.10.06) es der Klinik anscheinend egal ist, ob die Menschen gesund werden, Hauptsache der Deckungsbeitrag stimmt!

Warum kostet ein Telefon pro Tag zusammen mit Fernsehbenutzung 3,00 € - diese Abzockerei Preisbildung (Änderung 23.10.06) bedeutet pro Monat 90,00 €? In diesem Wucher Preis (Änderung 23.10.06) sind noch nicht einmal Gesprächsgebühren enthalten! Grundgebühr für einen eigenen Anschluß (19,95 € mit T-Net Call Time) und GEZ-Gebühren (17,03 €) würden insgesamt nur 36,98 € monatlich betragen! Hierin sind schon 120 Minuten freies Telefonieren enthalten! Für 90,00 € kann man ausgehend von 36,98 € Fixkosten mit einem Callbycall-Anbieter rund 45 Stunden telefonieren, also rund 1,5 Stunden pro Tag. Dies kostet bei den Segeberger Kliniken gegebenenfalls noch extra - 15 Cent pro Einheit! Warum dies alles? Ich glaube, weil (Änderung 23.10.06) es der Klinik anscheinend egal ist, wie die Menschen dies bezahlen, Hauptsache der Deckungsbeitrag stimmt!

Warum dürfen Patienten keine Mobiltelefone benutzen, Ärzte und Mitarbeiter tun es hingegen völlig ungeniert? Man lese den vorhergehenden Absatz, denn: Ich glaube, der (Änderung 23.10.06) Klinik ist anscheinend egal, wie die Menschen dies bezahlen, Hauptsache der Deckungsbeitrag stimmt! Im UKE Hamburg wird den Patienten völlig problemlos die Handynutzung gestattet, aber die müssen ja auch keine privatwirtschaftliche Geschäftsführerin nähren Deckungsbeiträge erwirtschaften (Änderung 23.10.06)! (Im Bereich der ärztlichen Behandlung, Therapie, Intensivstation etc. ist das Verbot selbstverständlich akzeptabel).

Der Den (Änderung 23.10.06) Erhaltungszustand der Zimmer für die Kassenpatienten ist desolat erlebte ich als stark abgenutzt (Änderung 23.10.06), sämtliche Vorschriften für Instandhaltungsintervalle dürften meines Erachtens (Änderung 23.10.06) hier mißachtet werden. Die Einrichtung und der Pflegezustand des von mir genutzten Zimmers 413 legen die Vermutung nahe, daß dort länger als 10 Jahre kein Maler reingeschickt wurde. Warum? Ich glaube, weil (Änderung 23.10.06) es der Klinik anscheinend egal ist, ob die Menschen zufrieden sind, Hauptsache der Deckungsbeitrag stimmt!

Warum mußte ich nach der Ultraschalluntersuchung am 01.09.05, wo durch den Oberarzt Dr. Noack festgestellt wurde, daß mein Herz ok ist, weiter im Krankenhaus bleiben? Warum antwortete er mir auf die Frage, ob ich am 02.09.05 entlassen werden kann, daß es besser sei noch zu bleiben, obwohl nach dieser Untersuchung nichts mehr mit mir statt fand außer einer Blutabnahme und EKG? Noch nicht einmal ein Abschlußgespräch mit einem Arzt gab es, wozu auch, ich vermute (Änderung 23.10.06), ich hatte jetzt ja meinen Deckungsbeitrag erbracht!

Warum werden viele Patienten am Wochenende nach Hause gelassen? Warum wird am Wochenende - außer einer kleinen Turnveranstaltung und einer Kochvorführung - keine Therapie angeboten? Ich schätze, weil man so die Stehzeit der Patienten im Krankenhaus verlängern kann und weil es der Klinik anscheinend egal ist, daß die Menschen schnell gesund werden, Hauptsache der Deckungsbeitrag stimmt!

Warum dürfen die Patienten nicht das im Klinikbereich integrierte Fitnesscenter nutzen? Ich glaube, weil (Änderung 23.10.06) es der Klinik anscheinend wichtig ist, daß die Menschen für so etwas extra bezahlen, Hauptsache der Deckungsbeitrag stimmt! Im bekannten Unfallkrankenhaus Boberg darf man vergleichbare Trainingsgeräte selbstverständlich kostenlos nutzen.

Warum dürfen die Patienten, die Schwimmen dürfen, nur kurze Zeit am Tag schwimmen? Na klar, die Halle wird auch für die kommerziellen Angebote gebraucht! (Änderung 23.10.06) Und warum dies? Ich glaube, weil (Änderung 23.10.06) es der Klinik anscheinend egal ist, ob die Menschen zufrieden sind, Hauptsache der Deckungsbeitrag stimmt!

Diese mehr als unbefriedigenden Beobachtungen scheinen in vielen Bereichen auch für das von den Segeberger Kliniken betriebene Allgemeine Krankenhaus zu gelten. Ein guter Bekannter berichtete mir, daß sich sein Sohn im August den Arm gebrochen hatte. Er fuhr mit ihm ins AK Segeberg und wurde dort kreuz und quer geschickt , niemand schien sich zuständig zu fühlen! Als dann feststand, dass geröntgt werden sollte, dauerte es rund 90 Minuten, bis sich einmal ein Röntgenarzt dieses Themas annahm! Ein Kommentar erübrigt sich.

Man wird in dieser Form privatwirtschaftlich organisierter Medizin das üble Gefühl nicht los, nur Melkkuh und nicht Mensch zu sein. Um Mißverständnisse zu vermeiden: Ich bin Unternehmer, ich habe nichts gegen unsere Wirtschaftsform und ich meine, daß sich Leistung lohnen muß und vieles zu liberal in diesem Land gehandhabt wird. Ich meine aber auch, daß man das Profitstreben nicht übertreiben sollte. Dies geschieht meines Erachtens (Änderung 23.10.06) zweifelsfrei in den Segeberger Kliniken hemmungslos - Kapitalismus in seiner unsympathischsten Form.

Deshalb meine Meinung (Änderung 23.10.06): Gehen Sie nach Hamburg (s.o.) - ein Kapitalist lernt am besten, wenn die Kunden wegbleiben!

5 Kommentare zu “Herzzentrum der Segeberger Kliniken - der falsche Weg (Überarbeitete Version 23.10.2006)”

  1. Alias schreibt:

    Leider bin ich erst jetzt zufällig auf Ihren Post gestoßen.
    Ich verstehe, dass sie mit Ihrer Behandlung unzufrieden waren und ich begrüße es sehr, wenn Patienten dieses Medium nutzen, um solche Informationen weiterzutragen.
    Aber wie in Gottes Namen kommen Sie darauf, die geschilderten Missstände seien ein Segeberger Problem und im UHZ Hamburg ginge es anders zu? Da sind sie wohl unserer aggressiven PR aufgesessen, die in keinem Verhältnis zur abgelieferten Qualität steht.
    Ich bin dort in der Herzchirurgie beschäftigt und trage im Portemonnaie einen Zettel mit der Bitte, mich im medizinischen Notfall dort nicht einzuliefern. Ich schreibe dies aus rechtlichen Gründen unter falschem Namen.
    Sie verurteilen mehrmals die Profitorientierung der Segeberger Klinik. Der Kostendruck im Gesundheitswesen schlägt sich überall nieder, in Bad Segeberg wie am UKE wie in den Hamburger Asklepios-Kliniken.
    Zu Ihrer Information: Das UHZ ist auch kein karitativer Verein, sondern eine private GmbH, die sich zum Zweck der Gewinnoptimierung vom UKEabgespaltet hat. Was ja per se nicht falsch ist.
    Sie erwähnen den Mangel an Pflegekräften.
    Auch kein Segeberger, sondern ein bundesweites Problem, im Norden schlimmer als im Süden.
    Das UKE und die Tochter UHZ setzten mit der Kündigung des Tarifvertrages noch einen drauf. In Verhandlung sind nun die Erhöhung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 42 Std, das sind fast 10%, bei gleichzeitiger Senkung der Löhne um 20%.
    DESHALB wird am UKE gestreikt, nicht wegen einer 40Std.-Woche bei gleichen Leistungen wie bei der Stadtreinigung.
    Ich bin nun schon lange im Geschäft, das UHZ ist für mich das vierte Herzzentrum, und ich muss Ihnen sagen, was Sie in Bad Segeberg erlebt haben, ist symptomatisch für eine Entwicklung, die sich in den letzten Jahren in allen Kliniken vollzogen hat.
    Haben Sie gegen dir Verletzung Ihrer Persönlichkeitsrechte durch den Journalisten während Ihrer Katheterintervention (das ist übrigens keine Operation) protestiert? (Kommt bei uns übrigens auch vor.)
    Sie sollten. Das ist die einzige Alternative. Damit zum Anwalt gehen und an die Öffentlichkeit. Nicht isoliert eine Klinik anprangern und eine andere empfehlen, die vielleicht die bessere Pressearbeit macht, in der es sonst aber genauso zugeht.
    Nun habe ich mich lange ereifert, aber ich freue mich immer, Beiträge wie Ihren zu lesen. Sie haben sich geärgert und Sie haben einiges Engagement in die Gestaltung Ihres Blogs gesteckt, das ist gut.
    Aber vergessen Sie Bad Segeberg. Die sind vielleicht schlecht, aber nicht schuld. Ich würde mir wünschen, dass Sie Ihre Energie nutzen, um die Zustände in unserem Gesundheitswesen als Ganzes anzuprangern.
    Sie sind der Kunde, nur Sie können Einfluss nehmen.
    Auf uns hört keiner.

  2. MMBF - Mit bester Empfehlung schreibt:

    Will die Segeberger Kliniken GmbH herzkranken Blogger einschüchtern?…

    Klaus Düll ist am 16. August 2005 dem Tod von der Schippe gesprungen: rechtzeitig vor einem drohenden Herzinfarkt wurde ihm ein Stent eingesetzt.
    Der Eingriff wurde im Herzzentrum der Segeberger Kliniken durchgeführt. Klaus hat während seines Aufent…

  3. Baerbel Wintermann schreibt:

    Ich bin seid1994 bis heute regelmäßig in Segeberg in Behandlung,Mein Mann bekam 1999 4 Baypässe,auch in Segeb.Wir haben der Klinik viel,sehr viel zu verdanken.Das Personal war immer und zu jeder Zeit für uns da!Ich bin oft wochenlang in der Psychosomatik stationär behandelt .Ohne die Zuwendung des Personals u.der Ärzte würde ich heute nicht mehr leben.Auch um meinen Mann wurde sich vorbildlich gekümmert.Er bekam genau wie ich alle fachlichen u.kompetenten Begleitungenu.Bahandlungen.Wir konnten so ein Vertrauensverhältnis zu ALLEN aufbauen,was bis heute anhält!

  4. Klaus Düll schreibt:

    Hallo Frau Wintermann, das freut mich für Sie und das glaube ich Ihnen auch gerne. Wie Sie selbst sicher gelesen haben, halte auch ich die Ärzte für kompetent. Ferner kann ich Ihnen bestätigen, dass das Pflegepersonal sich wirklich Mühe gibt. Meine Kritik richte sich ja in erster Linie gegen den in meinen Augen menschenverachtenden Kapitalismus, den Borchert und Toews repräsentieren.

  5. Ruth Graupmann schreibt:

    Ich habe mit großem Interresse diese Kritik gelesen. Auch ich war in dieser Klinik vor 10 Jahren.
    Zu dieser Zeit wurde die Klinik umgebaut und meine Therapie war sinnlos. Der Baulärm begann vor dem Aufstehen und an Mittagsruhe war nicht zu denken. Wir bekamen dafür 1 x die Woche Kaffee und Kuchen kostenlos und 1 x die Woche abends ein sehr leckeres Essen. Aber für mein Wohlbefinden hat das nicht gesorgt. Auf einer Baustelle zu leben bedeutet für mich Stress.
    Wir Patienten die zu der Zeit dort in Therapie waren hatten uns fest vorgenommen uns bei der BfA zu beschweren, aber wie das so ist, holt der Alltag uns zu schnell wieder ein.
    Auch die Therapie ließ zu wünschen übrig, da es pro Woche nur ein Einzelgespräch und zwei Gruppengespräche gab. Dies war auch nur ein winzig kleiner Teilauszug meines Ärgers von damals. Es ist eben schon 10 Jahre her und habe mich schon etwas beruhigt. Ich habe nur eines daraus gelernt, besser hinzusehen wenn ich wieder einmal eine Therapie benötige. Außerdem ist es sehr sonderbar das diese Zustände so lange anhalten können und nichts passiert.
    Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Beschwerdeseite. Ich wünsche Ihnen noch viele Antworten darauf.

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